Rüschen verzieren schon seit der Renaissance Kleidungsstücke und sind dadurch eines der ältesten Gestaltungsmittel in der Mode. Rüschen sind auch aus der heutigen Mode nicht wegzudenken, denn sie verleihen der Kleidung zusätzliche Extravaganz und einen Hauch Romantik. Ob am Kragen, Ärmel oder Rocksaum, Rüschen sind ein einfaches Mittel, um Kleidung auf zu hübschen und zu einem Hingucker zu machen. Oftmals werden Rüschen mit Volants gleichgesetzt. Allerdings handelt es sich bei den zwei Gestaltungsmitteln um unterschiedliche dekorative Elemente. Es gibt einen wichtigen Unterschied: Eine Rüsche ist ein gerader Streifen, der gekräuselt wird, während ein Volant kreisförmig zugeschnitten wird. Bei der Konstruktion wird also unterschiedlich vorgegangen und auch das Ergebnis ist optisch leicht unterschiedlich.  

Eine Rüsche ist im Prinzip ein Schnittteil, das oben und unten aufgespannt wird. Dadurch entsteht Mehrweite sowohl an der Ober- als auch der Unterseite. Der Einfachheitshalber schneidet man für Rüschen gerade Stoffstreifen zu, statt Schnittteile aufzuspannen. Die Mehrweite oder Kräuselweite muss vor dem Annähen an das Kleidungsstück gerafft werden. Dadurch entsteht an der Ansatznaht, an der sie angebracht werden, eine Unregelmäßigkeit und kleine Fältchen.  

Der Volant wird dagegen nur am Saum aufgespannt. Dadurch entsteht ein kreisförmiges Schnittteil, das glatt an ein Kleidungsstück angenäht werden kann und somit etwas weniger voluminös als eine Rüsche ausfällt. Bei Volants ist die Ansatznaht flach und die Mehrweite nur am Saum enthalten. Der Stoffüberschuss legt sich eher in leichte Falten. Nachteil von Volants ist, dass sie durch die Kreisform sehr viel Stoff brauchen.  

Je nachdem, wie stark deine Raffung sein soll, nimmst du 1,25 bis 2x die Länge der Ansatznaht. Hier kannst du sehen, wie Rüschen mit 25% (x 1,25), 50% (x 1,5), 75% (x 1,75) und 100% (x 2) Mehrweite aussehen, um zu entscheiden, welche Variante für deine Version die Richtige ist. 

Die Raffung nähst du am besten auf die folgende Weise: 

  1. Bevor du die Rüsche raffst, solltest du den Saum nähen. Du kannst den Saum mit einem Rollsaum nähen, ihn versäubern und einschlagen oder ihn unversäubert doppelt einschlagen.  
  2. Anschließend nähst du die beiden Einhaltenähte mit der längsten Stichlänge entlang der Ansatznaht. Die erste Einhaltenaht setzt du auf die Nahtlinie und die zweite Einhaltenaht etwa füßchenbreit darüber. Am Anfang vernähst du die Einhaltenaht und am Ende lässt du die Fäden lange stehen.  
  3. An der nicht gesicherten Seite ziehst du an den beiden oberen Fäden und sorgst so dafür, dass der Stoff sich kräuselt. Im Prinzip ist es egal, ob du an den oberen oder unteren Fäden ziehst. Es ist nur wichtig, dass du nicht zwischen den oberen und unteren Fäden wechselst, denn dann funktioniert das Raffen nicht mehr.  
  4. Wenn die Kräuselung die Länge der Ansatznaht erreicht hat, verknotest du die Fäden an der ungesicherten Seite. Hierfür leicht an dem Faden ziehen, damit der Unterfaden auf die gleiche Seite gezogen wird. Anschließend verknotest du Ober- und Unterfaden etwa 5x miteinander und schneidest den überstehenden Faden ab.  
  5. Anschließend verteilst du die Kräuselung möglichst gleichmäßig. Nun wird die Rüsche entlang der Nahtlinie auf die Ansatznaht genäht und die untere Einhaltenaht entfernt, falls sie sichtbar ist. Fertig ist deine Rüsche!