(Mehr) Minimalismus - 5 Gründe, warum weniger für mich mehr ist ... Sewionista.com ... Nähen ... Slow Fashion ... DIY ... Blog

Ihr Lieben, ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen! Der heutige Post befindet sich ziemlich außerhalb meiner üblichen Beiträge, die sich ja bisher vor allem um das Thema Nähen gedreht haben. Aber er beinhaltet ein Thema, dass mich schon längere Zeit beschäftigt und mit dem ich mich in letzter Zeit verstärkt auseinander gesetzt habe. Da mich meine Posts, die sich zur Zeit abwechselnd um Schnittrezensionen und Outfits drehen, mittlerweile schon selber langweilen, möchte ich meinen Blog für neue Themen öffnen, die mir wichtig sind. Schon länger befasse ich mich mit allem rund um das Thema Nachhaltigkeit und in letzter Zeit habe ich mich dem Thema Minimalismus immer mehr angenähert.

Meine Einstellung zu den Dingen, die mich umgeben, hat sich vor allem durch meinen Umzug nach Berlin komplett verändert. Am schwierigsten daran war natürlich alles in einen Umzugswagen zu kriegen und die 500+ km nach Berlin zu transportieren. Vor allem die Einbauküche loszuwerden, war ein Alptraum. Das alles hat mich damals wahnsinnig gestresst, dabei hätte ich mich doch auf den Neuanfang freuen sollen. Zu der Zeit las ich gerade Magic Cleaning von Marie Kondo* und auch wenn ich ihre Methoden nur teilweise angewendet habe, hat es meine Einstellung zu meinen Besitztümern stark beeinflusst. Ich habe gemerkt, dass es eben nur Dinge sind, die mich nicht glücklich machen. Im Gegenteil, diese vielen Dinge haben mich gefühlt an einem Ort festgehalten, an dem ich nicht sein wollte.

Für jeden Hardcore-Minimalisten ist meine Wohnung sicherlich immer noch ein absoluter Alptraum, aber ich besitze jetzt nur noch etwa die Hälfte von dem, was ich vor dem Umzug besessen habe. Und auch wenn es in dem Buch von Marie Kondo so schön einfach erklärt wird, dass man nur einmal ordentlich aussortieren muss um für immer Ordnung zu haben, so ist es für mich doch ein laufender Prozess. Schließlich ändert sich das eigene Leben immer wieder und auch unsere Besitztümer müssen sich an diese Änderungen anpassen. Welche 5 Vorteile mehr Minimalismus für mich gebracht hat, könnt ihr hier nachlesen:

  1. Mehr Zeit – Weniger Sachen bedeuten gleichzeitig weniger Dinge, die weggeräumt, organisiert oder in Stand gehalten werden müssen. Außerdem spart man sich die Zeit, die oft fürs Suchen von bestimmten Dingen draufgeht, wenn man zu viele Sachen hat und den Überblick verloren hat, wo sich was befindet. So bleibt einem mehr Zeit für die Dinge, die einem wichtig sind und einen glücklicher machen; Nähen zum Beispiel.
  2. Mehr Geld – Wenn man einmal gemerkt hat, dass einen weniger glücklicher macht, überlegt man sich jede neue Anschaffung genau. So gibt man automatisch weniger Geld aus und hat mehr Geld übrig für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind. Reisen, Erlebnisse, Notgroschen oder Altersversorgung um mal einige Beispiele zu nennen.
  3. Mehr Ordnung – Als Kind konnte ich einfach nicht aufräumen. Wie ich mittlerweile jedoch weiß, lag das nicht an mir, sondern an den zu vielen Dingen, die mich umgeben und überfordert haben. Eigentlich ganz logisch, denn wenn man weniger Sachen hat, hat man auch weniger, was man wegräumen muss. Es erfordert natürlich immer noch Disziplin und regelmäßiges Aufräumen, aber das ganze fällt einem deutlich leichter mit weniger Sachen. Man ist einfach weniger überfordert von der schieren Menge. Außerdem ist es einfacher bei weniger Dingen, jedem Teil ein festes zu Hause zuzuteilen und es immer wieder dorthin zurückzuräumen.
  4. Mehr Ruhe – Kennt ihr das Gefühl, dass ihr euch eigentlich auf eine Aufgabe konzentrieren solltet, aber um euch herum herrscht so viel Chaos, dass ihr ganz unruhig werdet und erst einmal für Ordnung sorgen müsst, bevor ihr euch auf eure eigentliche Aufgabe konzentrieren könnt. Für mich bedeutet mehr Ordnung auch gleichzeitig mehr Ruhe, denn ich bin weniger gestresst und überfordert und kann mich auf die wichtigen Sachen konzentrieren. Manchmal macht es mich aber auch einfach nur glücklich mein aufgeräumtes Zuhause anzuschauen 🙂
  5. Mehr Selbstbewußtsein – Ihr wundert euch jetzt sicher, was Minimalismus mit Selbstbewußtsein zu tun hat. Wenn wir einkaufen gehen oder uns etwas Schönes gönnen, fungiert das Shoppen oft als Vermeidungsstrategie. Wir wollen vermeiden uns mit den Gefühlen auseinanderzusetzen, die uns bewegen indem wir etwas kaufen, das uns davon ablenkt. Manchmal hat man einfach einen schlechten Tag gehabt oder man fühlt sich unzureichend und denkt, dass das perfekte Kleid das ändern kann. Seit ich das gemerkt habe, fällt es mir deutlich einfacher Spontankäufe zu vermeiden. Vor jedem Kauf frage ich mich jetzt, ob ich das Teil wirklich brauche oder ob ich es gerade nur kaufen möchte um negativen Gefühlen aus dem Weg zu gehen. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich keine ständig wechselnden trendigen Teile brauche um mich wohlzufühlen. Im Gegenteil, in schlichten, aber hochwertigen Teilen, die man immer wieder neu kombinieren kann, fühle ich mich am besten und sie passen viel besser zu meinem Stil. Im letzten  Herbst habe ich mich endlich an eine Capsule Wardrobe rangetraut und ich war total glücklich mit der eingeschränkten Anzahl an Kleidungsstücken. Dazu dann mehr, wenn die nächste Capsule Wardrobe für den Frühling ansteht.

Mittlerweile bin ich ziemlich gut darin Dinge auszusortieren. Auch das Einteilen in Kategorien wie Verkaufen, Spenden oder Wegwerfen fällt mir leicht. Ich muss jedoch gestehen, dass ich ziemlich schlecht darin bin diese Dinge zeitnah aus meiner Wohnung zu entfernen und so stehen hier noch mehrere IKEA-Taschen/Umzugskartons etc. mit Aussortiertem, das eigentlich schon längst weg sein sollte. Deshalb habe ich mir für 2019 eine kleine Challenge gesetzt: Jeden Monat ist eine Kategorie dran, die aussortiert, organisiert und vor allem aus der Wohnung geschafft werden soll. Mehr zu den monatlichen Plänen für die Challenge im nächsten Post.

Wie steht ihr zu dem Thema Minimalismus? Habt ihr es auch schon ausprobiert?