Mit müde aber überglücklich kann man wohl am besten meinen Zustand am Sonntag Abend nach der AnNÄHerung Süd beschreiben. Am Freitag direkt nach der Arbeit ging es los nach Würzburg und dank Navi war es auch kein Problem die Jugendherberge in bester Innenstadtlage zu finden. Angekommen herrschte erst einmal akute Parkplatznot, besitzt die Jugendherberge doch keinen eigenen Parkplatz. Also erst einmal illegal auf dem Busparkplatz geparkt, damit Gepäck und Maschinen reingeschleppt werden konnten. Alles schnell im großen Nähraum abgestellt und danach ging es auch schon mit AnniMakes auf Parkplatzsuche. Die Viertelstunde Fußweg vom Parkplatz haben wir dann auch gleich genutzt um uns ausgiebig kennenzulernen. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter, erst Abendessen, danach auch schon die Vorstellungsrunde, bei der jeder sein geplantes Nähprojekt (bei manchen auch Nähprojekte) zeigte. Mitgebracht hatte ich die dunkelrote Bikerjacke, die Teil meiner Working Girl Kollektion ist. Anschließend wurde noch ein paar Stündchen genäht, da mir dann schon die Müdigkeit von Arbeit + langer Autofahrt in den Knochen steckte, konzentrierte ich mich auf die eher einfachen Arbeiten anstatt mit den Reißverschlusstaschen gleich in die Vollen zu gehen. Lange durchgehalten habe ich trotzdem nicht, schließlich waren die gemeinsamen Gespräche, der Weißwein und die superleckeren „Brownies des Todes“ von Julia von Cut and Baste viel zu verführerisch. Viel zu früh fielen mir schon die Augen zu und so ging’s ab ins 4-Bettzimmer, wo ich vor lauter Aufregung doch lange nicht einschlafen konnte.

Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus, schließlich gab es nur von 8-9 Uhr Frühstück und schnell unter die Dusche zum Aufwachen mussten wir ja auch noch. Der komplette Morgen ging dann für die Reißverschlusstaschen drauf, was vor allem an den vielen netten Gesprächen mit den Tischnachbarinnen lag. Außerdem hatten wir den strategisch perfekten Platz am Spiegel ergattert und so konnten wir jedes halbfertige Nähprojekt ausgiebig bewundern. Nach dem Mittagessen wurde schnell der Großteil der Jacke zusammengenäht und dann machten ich mich mit ein paar Nähnerds auf den Weg zum Schloß mit anschließendem Aufwärmen in einem Café und vielen netten Gesprächen. Danach noch schnell die Ärmel eingenäht, damit die Jacke endlich auch anprobiert werden konnte. Zum Glück hat sie auf Anhieb perfekt gepasst, selbst der Kragen, bei dem ich befürchtete, dass er zu groß ausfällt. Nach dem Abendessen ging es mit dem Futter weiter, aber wie auch schon am Abend zuvor, lenkten mich die gemeinsamen Gespräche bei einem Gläschen Wein frühzeitig ab. So wurde noch bis spät in die Nacht gequatscht.

Sonntag war dann der kniffelige Kragen dran und es ist schon erstaunlich, dass der gleich beim ersten Versuch perfekt gelang, trotz kompletter Übermüdung. Da ich mein Glück nicht noch mit dem Einnähen des Futters überstrapazieren wollte, habe ich es dann auch gut sein lassen fürs Wochenende. Die Endrunde war noch mal ein absolutes Highlight, wurde doch unter viel Applaus jedes einzelne Nähprojekt begutachtet. Erstaunlich die Bandbreite an unterschiedlichen Nähprojekten und Stilen, die doch immer wieder perfekt zu ihrer Trägerin passten. Der Abschied danach fiel sehr schwer und so standen wir noch etwas vor der Jugendherberge zusammen, bevor jeder seines Weges ging.

Es lässt sich schwer in Worte fassen, was für eine tolle Erfahrung so ein gemeinsames Nähwochende sein kann. Das Nähbloggertreffen in Leipzig war schon sehr genial, aber die AnNÄHerung konnte das noch mal toppen, viel intensiver war das Kennenlernen und der Austausch beim gemeinsamen Nähen. Schon erstaunlich, dass es so gar keine Berühungsängsten gab und man schnell ins Gespräch kam, die gemeinsame Leidenschaft fürs Nähen verbindet einfach. Die gegenseitige Unterstützung und Hilfsbereitschaft hat mich total begeistert, zeigt sie doch die durchweg positive Art unserer Nähcommunity. Auch beruhigend, dass andere Nähnerds ebenso nähverrückt, wenn nicht noch ein kleines bisschen verrückter als man selber sind. Zumindest hatte ich mir vor dem Wochenende noch keine Gedanken zu einer Reisenähmaschine gemacht. Besonders gespannt bin ich auf Podcastfolge von der AnNÄHerung bei Muriel von Nahtzugabe 5 cm. Und Alex von Mamamachtsachen möchte ich mich für die Arbeit und Organisation bedanken, die sie reingesteckt hat um diese tolle Erfahrung für uns möglich zu machen! Und eins ist jetzt schon sicher, nächstes Jahr bin ich wieder dabei!

P.S.: Alle Berichte werden hier bei Mamamachtsachen gesammelt. Außerdem habe ich am Wochenende erfahren, dass mein Blog für die „Best of Blogging“ von Burdastyle.com nominiert wurde. Wenn euch mein Blog gefällt, würde ich mich sehr über eure Stimme freuen 🙂 Bis Donnerstag könnt ihr hier noch für euren Blogliebling abstimmen.