Für meinen ersten Besuch auf dem Oktoberfest am letzten Wochenende, durfte es natürlich nicht irgendein Dirndl sein, nein ein selbstgenähtes musste her. Das hat sich aber insgesamt als zeitaufwändiger und komplizierter herausgestellt als gedacht und selten habe ich mir so viele Gedanken darüber gemacht, ob es nicht doch zu selbstgeschneidert aussieht. Die Suche im Internet war da auch nicht gerade hilfreich bei der Masse und Vielfalt an Dirndl, die da angeboten werden. Im Vergleich zu den oft über und über verzierten Dirndl, hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl das langweiligste Dirndl aller Zeiten zu nähen, aber jetzt, da es fertig ist, gefällt es mir richtig gut und es hat die Härteprobe auf der Wiesn mit Bravour bestanden. Noch mehr Me-Made-Mittwoch Outfits gibt es wieder hier zu sehen.
Meine ersten Erfahrungen mit dem Oktoberfest waren durchaus positiv. Ehrlich gesagt habe ich es mir irgendwie viel schlimmer vorgestellt, viel gedrängter etc. Auch wenn wir nicht schon morgens da waren, so sind wir doch ohne Warten in ein Zelt reingekommen. Nach der obligatorischen Maß Radler, ging es dann weiter auf den Festplatz. Besonders gut gefallen hat mir die Oide Wiesn, wo man viele sehr alte und traditionelle Fahrgeschäfte ausprobieren kann. Da große Höhen und hohe Geschwindigkeiten nichts für mich sind, bin ich meist diejenige, die bei den modernen Fahrgeschäften die Jacken hält, aber bei der Oide Wiesn konnte ich endlich alles mitmachen. Auch auf dem normalen Festplatz gibt es viele traditionelle Attraktionen zu entdecken, was mir sehr gut gefallen hat und so ist das Oktoberfest auch nicht wie jedes andere Volksfest. Wart ihr schon mal auf der Wiesn? Wie waren eure Erfahrungen? Jetzt aber mehr zu dem Dirndl:

Schnitt/pattern: Downloadschnitt 150 aus der Burda von September 2008

Schwierigkeitsgrad/level of difficulty: Mittelschwer/intermediate

Nähzeit inkl. Zuschnitt/sewing time incl. cutting: Am liebsten möchte ich mir gar nicht zusammen rechnen, wie viel Zeit für das Dirndl draufging. Insgesamt habe ich fast 3 Tage darangesessen, allerdings habe ich zwischendurch auch immer wieder umentschieden, die Verzierung der Teilungsnähte geändert etc., was natürlich alles Zeit gekostet hat. Zum Glück konnte ich mir die Dirndlbluse von einer Freundin leihen, so dass ich diese nicht selber nähen musste.

Kosten/costs: Von dem Karostoff habe ich 2 m à 8 € gebraucht, der Stoff stammt aus meinem Lieblingsstoffladen. Den Stoff für die Schürze, die Spitze für die Verzierungen und die Bänder habe ich bei Karstadt gekauft, was mich noch mal ca. 30 € gekostet hat. Da Dirndlhaken sehr teuer sind, habe ich sie etwas günstiger über ebay gekauft, aber sie haben immer noch 16,50 € gekostet. Insgesamt kommt das Dirndl daher auf einen Preis von über 60 €, nicht gerade günstig, aber richtig schöne Dirndl sind schließlich auch ziemlich teuer.
Schnittmodifikation/pattern modification: Das Oberteil des Dirndls war etwas eng, so dass ich 2 cm an den Seitennähten rausgelassen habe. Außerdem war der Untertritt vorne so schmal, dass er fast keinen Sichtschutz geboten hat, deshalb habe ich ihn um 2 cm verbreitert. Bei den Maßen, die Burda für die Schürzenbänder angibt, muss man aufpassen, denn mit der Länge kann man die Schürze nur hinten binden. Da ich aber keine Witwe bin, mußte ich die Schürzenbänder fast doppelt so lang zu schneiden um sie auch vorne binden zu können.

Fazit/conclusion: Auch wenn ich vorher viele Bedenken hatte, dass man dem Dirndl ansieht, dass es selbstgenäht ist, so habe ich mich sehr wohl gefühlt und es hat alles von der Maß trinken bis zum Kettenkarussell fahren mitgemacht. Da es doch ziemlich viel Arbeit war, werde ich wohl in nächster Zeit kein zweites Dirndl nähen, aber eins reicht ja auch 🙂